
PRESSEMITTEILUNG
„Deckname Antenne“ kehrt ab Herbst in die Schulen zurück
Nach der Sommerpause geht die außergewöhnliche Lesereise rund um das Buch „Deckname Antenne – Als Journalist im Visier der Stasi“ weiter. Auch im kommenden Herbst wird der frühere BR-Journalist Eberhard Schellenberger wieder Schulen besuchen und jungen Menschen 90 spannende Minuten Geschichte zum Erleben bieten.
Im Mittelpunkt stehen die DDR, die Berliner Mauer und der 1.400 Kilometer lange Stacheldraht, der Deutschland teilte. Schellenberger erzählt vom Alltag in der SED-Diktatur, von Überwachung und Staatssicherheit, von seiner eigenen Stasi-Akte und von den dramatischen Ereignissen des Herbstes 1989. Historische Filmaufnahmen, Originaldokumente und persönliche Erinnerungen machen verständlich, was Unfreiheit für die Menschen ganz konkret bedeutete.
„Das Gehörte stammt für die Schülerinnen und Schüler aus einer völlig anderen Welt – und doch aus Deutschland vor nicht einmal 40 Jahren“, sagt Schellenberger. Gerade diese zeitliche und räumliche Nähe mache die Geschichte für viele junge Menschen so überraschend. Deutschland war geteilt, an der Grenze wurde geschossen, Menschen wurden wegen ihrer Meinung verfolgt und ein Staat versuchte, seine Bürger mit Mauer, Stacheldraht und Staatssicherheit festzuhalten.
Umso größer ist Schellenbergers Respekt vor der Aufmerksamkeit seines jungen Publikums: „Die Schülerinnen und Schüler hören zwei Schulstunden lang konzentriert und aufmerksam zu. Das beeindruckt mich bei jeder Veranstaltung aufs Neue.“ Mehr als 8.000 junge Menschen hat er während seiner inzwischen vierjährigen Lesereise bereits an Schulen erreicht. Ihre Fragen und Reaktionen zeigen ihm immer wieder, dass das Interesse an deutscher Teilungs- und Freiheitsgeschichte groß ist, wenn sie persönlich, anschaulich und ohne erhobenen Zeigefinger erzählt wird.
„Es ist nicht so dass ich Langeweile hätte, aber viele Schulen kennen mein Angebot nicht und nehmen es nach Kenntnis dankbar an. Ich bin nach Möglichkeit mit Deutschlandticket unterwegs und komme komplett kostenfrei. Und es gibt am Ende zwei Bücher Deckname Antenne für die Schulbücherei. Mir ist wichtig, dass sich angesichts der Bedrohung die nachfolgende Generation mit Freiheit und Demokratie beschäftigt. Und die Ereignisse vor knapp 40 Jahren sind so ein besonderes Kapitel deutscher Geschichte“
Deshalb liegt der Schwerpunkt der zwei Schulstunden auf der Friedlichen Revolution von 1989. Hunderttausende Menschen gingen damals in der DDR auf die Straße und forderten Reise-, Meinungs- und Pressefreiheit.
„Es hätte ein Dritter Weltkrieg ausbrechen können. Aber die Panzer fuhren nicht. Die Menschen blieben friedlich und brachten eine Diktatur ohne Gewalt zu Fall. Für dieses Geschenk der Geschichte sollten wir bis heute dankbar und demütig sein“, sagt Schellenberger.

Doch die Veranstaltungen bleiben nicht in der Vergangenheit stehen. Denn Freiheit und Demokratie sind auch heute keine Selbstverständlichkeit. Sie geraten weltweit erneut unter Druck – durch Kriege und autoritäre Regime, aber auch durch Extremismus, Hass, Rassismus, Antisemitismus und die gezielte Verbreitung von Lügen und Verschwörungserzählungen. In den sozialen Netzwerken werden Menschen gegeneinander aufgehetzt, politische Gegner zu Feinden erklärt und das Vertrauen in demokratische Institutionen, unabhängige Medien und freie Wahlen bewusst untergraben.
„Freiheit und Demokratie sind wieder in Gefahr. Vielleicht haben wir uns zu lange darauf verlassen, dass beides für immer gesichert sei. Aber die Geschichte lehrt uns: Eine Demokratie kann auch von innen ausgehöhlt werden – durch Gleichgültigkeit, durch Verachtung und durch Menschen, die ihre Freiheiten benutzen, um die Freiheit anderer abzuschaffen.“
Gerade deshalb schlägt Schellenberger bei seinen Schulbesuchen die Brücke von der deutschen Teilung bis in die Gegenwart. Was geschieht, wenn eine Regierung keine Kritik mehr duldet? Warum sind unabhängige Medien, freie Wahlen und eine funktionierende Gewaltenteilung unverzichtbar? Wie erkennt man Manipulation und Desinformation? Und was kann jeder Einzelne tun, wenn Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihrer politischen Überzeugung ausgegrenzt und angegriffen werden?
Dabei gehe es nicht um Parteipolitik und auch nicht um einen erhobenen Zeigefinger. Es geht um die grundlegenden Werte des Zusammenlebens. Demokratie lebt vom Streit um den richtigen Weg, aber sie braucht Respekt vor der Würde des anderen und gemeinsame Regeln. Sie braucht Menschen, die widersprechen, wenn Grenzen überschritten werden, und die nicht schweigen, wenn Freiheit und Menschenrechte infrage gestellt werden.
Die zentrale Botschaft richtet sich deshalb unmittelbar an die Schülerinnen und Schüler: „Ihr seid die nächste Generation, die Freiheit und Demokratie bewahren muss. Ihr entscheidet mit darüber, in welchem Land und in welcher Gesellschaft wir künftig leben.“
Denn Demokratie ist kein Besitz, den man einmal erwirbt und dann für immer behält. Sie muss von jeder Generation neu verstanden, mit Leben erfüllt und verteidigt werden. Die Erinnerung an die Friedliche Revolution von 1989 ist deshalb nicht nur ein Blick zurück. Sie ist Ermutigung und Verpflichtung zugleich.
Für Schulen ist die multimediale Veranstaltung kostenfrei. Weitere Termine für den Herbst können jetzt vereinbart werden. Informationen und Kontaktmöglichkeiten gibt es unter deckname-antenne.de/kontakt

