
Viele unterschiedliche Lesungen haben ich seit September 2022 erlebt. Fast 140 waren es mittlerweile quer durch Bayern, in Baden- Württemberg, Hessen, Südthüringen und Berlin. Eigentlich möchte ich da keine herausheben und doch erlebte ich bei meiner Lesung in der Buchhandlung „erLesen“ im Stadtteil Grombühl eine ganz besonders berührende Atmosphäre.
Bevor ich darauf eingehe ein bunter Rückblick: Da waren die 300 jungen Leute in der Sporthalle des Hans-Sachs-Gymnasiums in Nürnberg. So Viele, die doch so aufmerksam waren. Oder die 250 Gäste in der Bayerischen Vertretung in Berlin- ebenso unvergesslich. So wie ganz am Anfang meiner nie erwartet langen Reise das Heimspiel in meiner Herkunftsstadt Zeil am Main oder die so besondere Lesung in der Gastätte „Ölmühle“ in Abtswind. An zwei Abenden gab es osttdeutsches Essen (Soljanka, Broiler etc.) und dazu meine Texte. Etwas ganz Besonderes auch die Lesung an Originalschauplätzen zusammen mit dem KAB Bildungswerk. Mit einem Reisebus waren wir aufbrochen: An die ehemaligen Grenze, in das Dokumentationszentrum mit Atombunker in der ehemaligen Hainbergkaserne oder am ehemaligen Grenzübergang Eußenhausen- Meiningen. Dort gab es zum 35. Jahrestag der Deutschen Einheit auch eine ausgebuchte Lesewanderung. Etwas Besonderes sind auch die Lesungen in Südthüringen. Weil dort auch Menschen kommen, die einst unmittelbar betroffen waren von der deutsch- deutschen Teilung und die meine Erzählungen oft sehr emotional aufnehmen. Verständlich.



Ja und dann die Lesung in der Buchhandlung „erLeben“ in Grombühl. Petra Pohl kenne ich schon lange, die Buchhändlerin sorgte für den Buchverkauf bei meiner Lesung im gefüllten „Mozartareal“ in der Würzburger Hofstraße auf Einladung der Grünen. Weil sie im Foyer die Bücher schon aufgebaut hatte, konnte sie den Vortrag nicht verfolgen. So bot ich ihr an in ihre Buchhandlung zu kommen.
Die zufällige Mischung der Gäste war besonders. Der ehemalige Polizeichef von Würzburg war da, der ehemalige Direktor des Arbeitsgerichts, der langjährige Vorsizende des Freundeskreises Würzburg- Suhl. Der Beamer stand auf einem Doppelstabel Bücher, ein weißes Tuch war an der Bücherwand befestigt, ich saß vor der Verlaufstheke. Und so war es 90 Minuten eine ganz besondere Erzählatmosphäre eng am Publikum. Und das ließ sich von mir gerne zu einer emotionalen Reise in die deutsch-deutsche Geschichte einladen. Danke!


