Die Lesereise – eine Auswertung

170 Lesungen Ende Oktober – und hinter jeder Zahl stehen Menschen. Bis Ende des Jahres werden es dreizehn weitere sein und dann habe ich in den gut vier Jahren ca 15 000 Menschen erreicht, darunter 10 000 an Schulen. Am Hans- Sachs- Gymansium in Nürnberg waren es vor zwei Jahren bei einer Veranstaltung 300 junge Leute in der großen Turnhalle. Und es wird 2027 weitergehen. 200 Lesungen sind ein realistischer nächster Meilenstein. Ich bin sehr dankbar für alle Resonanz und ich bin weiter sehr motiviert.
Hier eine Auswertung quer durch die vier bisherigen Jahre.

Was am 5. September 2022 mit einer Buchvorstellung in Würzburg begann, ist zu einer mehrjährigen Reise durch fünf Bundesländer geworden. „Deckname Antenne“ führt mich in Städte und Dörfer, in Büchereien, Schulen und an die Schauplätze meiner eigenen Geschichte. Eine Zwischenbilanz voller Dankbarkeit – und mit einem klaren Auftrag für die Zukunft.
Manchmal muss ich selbst innehalten, um zu begreifen, was aus diesem Buch entstanden ist. Als ich „Deckname Antenne – Als Journalist im Visier der Stasi“ schrieb, wollte ich meine Geschichte erzählen. Ich wollte nachvollziehbar machen, wie ich als westdeutscher Journalist in das Blickfeld der DDR-Staatssicherheit geraten war. Und ich wollte meine persönlichen Erfahrungen mit der deutschen Teilung, dem Grenzregime und den bewegenden Ereignissen des Jahres 1989 bewahren.

Acht Veranstaltungen am Anfang – und dann nahm die Reise Fahrt auf
Im Jahr 2022 begann alles mit acht Lesungen. Die erste Station war die Buchvorstellung bei Hugendubel in Würzburg. Es folgten das Theater am Neunerplatz, das Dokumentationszentrum in der ehemaligen Hainbergkaserne in Mellrichstadt, Zeil am Main, Wipfeld, Rüdenhausen, Veitshöchheim und Kitzingen.
Schon diese ersten Stationen zeigten, wie unterschiedlich die Räume sein würden, in denen meine Geschichte ein Publikum findet: Buchhandlung und Theater, Rathaus und Bücherei, Weinkeller und historischer Erinnerungsort.
2023 nahm die Reise deutlich Fahrt auf. Für dieses Jahr sind 45 Lesungen dokumentiert. Neben zahlreichen unterfränkischen Orten kamen unter anderem Freising, Ingolstadt, Plattling, Hof und Weiden hinzu. In Suhl und Milz führte mich die Reise nach Thüringen, in Lauda nach Baden-Württemberg.
Es gab öffentliche Abende, Schulveranstaltungen und Begegnungen mit Menschen in der Polizeiausbildung. Manchmal standen gleich zwei Lesungen an einem Tag auf dem Programm. Aus einzelnen Einladungen entwickelte sich ein dichtes Netz von Kontakten.
Für 2024 verzeichnet die Chronologie 27 Veranstaltungen. Zu den Stationen gehörten das Funkhaus des Bayerischen Rundfunks in München, die Bayerische Vertretung in Berlin und Fulda. Auch die Schulen wurden zu einem immer wichtigeren Teil der Reise, etwa mit Veranstaltungen in Tauberbischofsheim, Hirschaid, Nürnberg und Oberding.
2025 war mit 52 dokumentierten Lesungen das bislang veranstaltungsreichste vollständige Jahr der Liste. Die Reise führte mich unter anderem nach Herzogenaurach, Dillingen, Eichstätt, Plattling, Kaufering, Passau und erneut nach Thüringen. Dort standen Hildburghausen, Eisfeld, Suhl und Oberhof auf dem Programm.
Für 2026 sind bis zum jetzigen Zeitpunkt 35 Veranstaltungen in der Chronologie aufgeführt, weitere dreizehn sind für November und Dezember angekündigt. Auch für 2027 stehen bereits erste Termine fest.

Fünf Bundesländer – mit einem starken Schwerpunkt in Bayern
Der größte Teil der dokumentierten Lesungen fand in Bayern statt: 152 Veranstaltungen bis zum 23. Oktober 2026. Dazu kommen neun in Thüringen, drei in Baden-Württemberg, zwei in Hessen und eine in Berlin.
Diese Verteilung erzählt auch etwas über das Buch. In Bayern begegnet mein Publikum häufig einem Journalisten, dessen Stimme und Arbeit manche Menschen über viele Jahre begleitet haben. In Thüringen kehre ich in eine Landschaft zurück, die eng mit meiner Geschichte verbunden ist.
Gerade die Begegnungen auf beiden Seiten der früheren Grenze sind mir wichtig. Die Erfahrungen der Menschen waren unterschiedlich. Bei den Lesungen können sie miteinander ins Gespräch kommen. Persönliche Erinnerungen ergänzen das, was ich erzähle, und eröffnen andere Perspektiven auf dieselbe Zeit.

Alle sieben bayerischen Regierungsbezirke erreicht

Inzwischen hat die Lesereise alle sieben bayerischen Regierungsbezirke berührt.
Unterfranken bildet mit 103 bisher dokumentierten Veranstaltungen den deutlichen Schwerpunkt. Es folgen Mittelfranken mit 13, Oberbayern mit elf, Oberfranken mit neun, Schwaben mit sieben, Niederbayern mit fünf und die Oberpfalz mit drei Lesungen.
Hinter diesen Zahlen stehen sehr unterschiedliche Gastgeber: kommunale und kirchliche Büchereien, Volkshochschulen, historische Vereine, Kirchengemeinden, Bildungswerke, Schulen, gesellschaftliche Gruppen und persönliche Initiativen.
Sie alle haben dazu beigetragen, dass die Geschichte weitergetragen wird. Eine Einladung bedeutet schließlich immer auch Arbeit: einen Raum organisieren, Öffentlichkeit herstellen, Technik vorbereiten und Menschen zusammenbringen.
Ich weiß diesen Einsatz zu schätzen. Ohne ihn gäbe es diese Lesereise in ihrem heutigen Umfang nicht.

Unterfranken: Heimat, Ausgangspunkt und verlässlicher Rückhalt
In Unterfranken ist die Reise besonders engmaschig geworden. Die Chronologie führt mich durch acht der neun Landkreise und in alle drei kreisfreien Städte.
Bei der bisherigen geografischen Zuordnung entfallen allein 30 Veranstaltungen auf die Stadt Würzburg und 14 auf den Landkreis Würzburg.
Im Landkreis Haßberge sind 13 Lesungen dokumentiert, im Landkreis Schweinfurt zehn und im Landkreis Kitzingen neun. Acht Veranstaltungen führten mich in den Landkreis Bad Kissingen, sieben nach Main-Spessart, vier in den Landkreis Rhön-Grabfeld und drei in den Landkreis Miltenberg. In den kreisfreien Städten Aschaffenburg und Schweinfurt sind jeweils drei Lesungen aufgeführt.
Gerade diese regionale Breite berührt mich. Meine Geschichte findet ihren Platz im großen Veranstaltungssaal ebenso wie in einer kleinen Gemeindebücherei. Ein Abend in einem Dorf kann genauso lange nachwirken wie eine Veranstaltung in einer größeren Stadt.
Beim Blick auf die Ortsnamen erinnere ich mich an Räume, Gesichter und Gespräche. So wird aus einer statistischen Übersicht für mich eine sehr persönliche Landkarte.

Schulen: Wo aus Erinnerung eine Aufgabe für die Zukunft wird

Besonders viel bedeuten mir die Schulbesuche. In der veröffentlichten Chronologie lassen sich bisher 37 Schullesungen an 28 unterschiedlichen Schulen beziehungsweise Einrichtungen erkennen.Den größten Anteil haben die Gymnasien: 15 dokumentierte Schullesungen an zwölf verschiedenen Schulen. Es folgen die Realschulen mit zehn Lesungen an sechs Schulen und die Mittelschulen mit drei Veranstaltungen an drei Schulen.
Hinzu kommen zwei Montessori-Schulen, das Bayernkolleg Schweinfurt mit zwei Besuchen, das Würzburger Vinzentinum mit ebenfalls zwei Veranstaltungen sowie jeweils eine Berufsschule, eine Fachoberschule und eine Thüringer Regelschule.
Diese Zahlen werden weiter wachsen. Die Einladungen an Schulen nehmen zu.
Die Planungen für 2027 laufen. Insgesamt habe ich inklusive vereinbarte Termine die Zahl 192 erreicht. Die unglaubliche Vortragszahl 200 für „Deckname Antenne“ wird 2027 erreicht. Wirklich unglaublich!