„Freiheit“ und die Schulen- eine Bestandsaufnahme


Schwerpunkt meiner Lesungen an den Schulen sind die Themen Demokratie, Meinungs-, Presse- und Reisefreiheit. Ich verbinde meine erlebten Geschichten mit politischer Bildungsarbeit für junge Menschen. Damit konnte ich bisher 5000 junge Menschen erreichen, die mir aufmerksam und gespannt bei meiner multimedialen Präsentation mit Erzählungen, Bildern, Audios und Videos zuhörten. Ausgangspunkt sind meine Erfahrungen aus der Zeit der deutschen Teilung, als freie Berichterstattung im Westen möglich war, während Menschen in der DDR in ihrem Alltag, in ihren Informationen und in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt waren. Unsere BR- Radioprogramme aus Bayern wurden von vielen Menschen in der DDR gehört. Diese Sendungen wirkten wie eine grenzüberschreitende Brücke: Sie vermittelten unabhängige Informationen und gaben Einblicke in eine offene Gesellschaft. Die Erinnerung an diese Zeit bildet die Grundlage des Projekts und zeigt , welche Bedeutung Pressefreiheit für Orientierung und Vertrauen haben kann.

Meinungs- und Pressefreiheit als gelebte Erfahrung
Das Projekt vermittelt nicht nur historische Fakten, sondern persönliche Erfahrungen mit unabhängiger Berichterstattung und staatlicher Beobachtung. Junge Menschen erfahren, wie Journalismus funktioniert, welche Verantwortung Medien tragen und warum eine freie Presse eine zentrale Säule demokratischer Gesellschaften ist. Pressefreiheit wird dabei nicht abstrakt erklärt, sondern durch konkrete Geschichten aus dem Berufsalltag eines Reporters greifbar gemacht.
Ein Bestandteil der Lesungen ist auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Reisefreiheit. Für Jugendliche heute ist es selbstverständlich, innerhalb Europas zu reisen oder daran zu denken, spontan nach Italien oder Spanien zu fahren. In den Gesprächen wird deutlich, dass es für junge Menschen zunächst schwer nachvollziehbar ist, warum Gleichaltrige vor rund 40 Jahren diese Möglichkeiten nicht hatten. Besonders eindrücklich wird dies anhand konkreter Beispiele aus dem ehemaligen Grenzraum: Jugendliche aus Städten wie Leipzig, Dresden oder Meiningen konnten nicht frei reisen, obwohl Orte wie Meiningen nur wenige Kilometer von Unterfranken entfernt lagen. Die räumliche Nähe und die gleichzeitig strikte Trennung verdeutlichen, wie stark politische Systeme den Alltag beeinflussen konnten. Diese Perspektive macht Geschichte anschaulich und hilft Schülerinnen und Schülern zu verstehen, dass Bewegungsfreiheit kein selbstverständlicher Zustand ist. Die Gespräche über Reisefreiheit führen häufig zu intensiven Diskussionen über persönliche Freiheit, europäische Integration und die Bedeutung offener Grenzen heute. Viele Jugendliche erkennen dadurch erstmals, wie eng Meinungs-, Presse- und Reisefreiheit miteinander verbunden sind.


Lesungen an allen Schularten – Dialog mit rund 5000 jungen Menschen
Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts sind Lesungen und Gesprächsformate an Schulen. In den vergangenen vier Jahren fanden Veranstaltungen an Mittelschulen, Realschulen, Gymnasien und Berufsschulen statt. Durch diese Vielfalt konnten sehr unterschiedliche Lebensrealitäten erreicht werden. Insgesamt nahmen rund 5000 Schülerinnen und Schüler teil.
Häufig entstehen Diskussionen und Nachfragen über:
freie und kontrollierte Medien,
persönliche Verantwortung im Umgang mit Informationen,
Unterschiede zwischen damals und heute,
Bedeutung von offenen Grenzen und Reisefreiheit,
demokratische Werte im Alltag junger Menschen.
Durch diese Begegnungen wird Geschichte zu einem persönlichen Erlebnis. Die Schülerinnen und Schüler erleben, dass Freiheit nicht nur ein politischer Begriff ist, sondern ihr eigenes Leben betrifft.

Pädagogischer Ansatz und Zielsetzung

„Deckname Antenne“ versteht sich als Beitrag zur politischen Bildung. Ziel ist es, historisches Wissen mit aktuellen Fragen zu verbinden und junge Menschen zum Nachdenken anzuregen. Dabei stehen folgende Kompetenzen im Vordergrund:
Verständnis für Meinungs- und Pressefreiheit als Grundlage einer Demokratie,
Sensibilisierung für die Bedeutung von Reisefreiheit und offenen Grenzen,
kritischer Umgang mit Informationen im digitalen Zeitalter,
Entwicklung eines reflektierten Medienbewusstseins.
Der persönliche Zugang über Zeitzeugenberichte schafft eine besondere Lernatmosphäre. Jugendliche erleben Geschichte nicht nur als Unterrichtsthema, sondern als lebendige Erfahrung.

Gesellschaftliche Wirkung

Durch die Verbindung von Lesereise, Zeitzeugenarbeit und Schulprojekten hat sich „Deckname Antenne“ zu einem umfassenden Erinnerungs- und Bildungsformat entwickelt. Die Wirkung entsteht vor allem durch direkte Begegnungen: Junge Menschen setzen sich mit Fragen auseinander, die sie zuvor oft als selbstverständlich angesehen haben – freie Meinungsäußerung, unabhängige Medien und die Möglichkeit, ohne Einschränkungen zu reisen. Das Projekt schlägt eine Brücke zwischen Generationen und zeigt, dass demokratische Freiheiten nicht nur historisch errungen wurden, sondern auch heute Verantwortung und Aufmerksamkeit erfordern.

Fazit
„Deckname Antenne“ verbindet persönliche Erinnerung mit aktueller Medien- und Demokratiebildung. Durch Lesungen an allen Schularten und den Austausch mit rund 5000 jungen Menschen vermittelt das Projekt die Bedeutung von Meinungs-, Presse- und Reisefreiheit auf anschauliche Weise. Es macht deutlich, wie sehr sich Lebenswirklichkeiten innerhalb weniger Jahrzehnte verändert haben – und lädt junge Menschen ein, die Freiheiten ihrer Gegenwart bewusst wahrzunehmen und zu schützen.

Schulbesuche:
Gymnasium Münnerstadt
Bayernkolleg Schweinfurt (wiederholt)
Schule der Bereitschaftspolizei Würzburg (wiederholt)
Schule der Bundespolizei Oerlenbach (wiederholt)
Friedrich-Rückert- Gymnasium Ebern (wiederholt)
Realschule Hirschaid (wiederholt)
Riemenschneider Gymnasium Würzburg
Montessorischule Würzburg
Montessorischule Aschaffenburg
Vinzentinum Würzburg (wiederholt)
Realschule Plattling
Adalbert- Stifter- Gymnasium Passau
Maximilian Gymnasium München
Schule Hildburghausen
Mittelschule Würzburg- Heuchelhof
Franz- Oberthür- Berufsschule Würzburg
Hans-Sachs- Gymnasium Nürnberg
Gymnasium Herzogenaurach
Gymnasium der Ursulinen Würzburg
Realschule Oberding
Realschule Kaufering
Realschule Forchheim
Samuel- Heinicke- Schule München

Gymnasium Tauberbischofsheim

Gymnasium Lauda

Die Schulbesuche werden weiter fortgesetzt.

Viele Dank den jungen Menschen für die Aufmerksamkeit, vielen Dank den Lehrerinnen und Lehrern für Einladung, Vorbereitung und Begleitung