Lesung am EU-Mittelpunkt

Am Mittwoch, 1. Juli 2026, um 19 Uhr wird dieser besondere Ort zur Bühne für eine besondere Lesung. Ich lese aus meinem Buch „Deckname Antenne“, ergänzt durch Originaltöne, die die Geschichte lebendig werden lassen. Ich lese direkt am EU- Mittelpunkt bei Gadheim im Landkreis Würzburg. Der Eintritt ist frei.
Nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs, nach Millionen Toten, Vertreibung und unermesslichem Leid, wagten die europäischen Völker einen Neuanfang. Aus der bitteren Erfahrung zweier Weltkriege entstand die Erkenntnis, dass Frieden, Freiheit und Demokratie nur gemeinsam gesichert werden können. Aus ehemaligen Erzfeinden – allen voran Deutschland und Frankreich – wurden Partner und Freunde. Schritt für Schritt entstand die Europäische Union – das erfolgreichste Friedensprojekt in der Geschichte unseres Kontinents.
Mehr als sieben Jahrzehnte Frieden zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind das Ergebnis von Versöhnung, Dialog und der Bereitschaft, Grenzen zu überwinden. Gerade heute, in einer Zeit, in der Krieg wieder nach Europa zurückgekehrt ist, autoritäre Kräfte an Einfluss gewinnen und demokratische Werte unter Druck geraten, wird deutlich, wie kostbar dieses Erbe ist. Frieden muss immer wieder neu bewahrt und Demokratie jeden Tag aufs Neue verteidigt werden.
Diese Gedanken werden die Lesung begleiten. „Deckname Antenne“ erzählt Geschichte, erinnert an die Folgen von Diktatur und Krieg, an die Teilung Deutschland, an die Überwachung durch die Staatssicherheit und an die mörderische innerdeutsche Grenze. Und lädt dazu ein, über Verantwortung, Freiheit und den Wert eines geeinten Europas nachzudenken. Dass dies ausgerechnet am geografischen Mittelpunkt der Europäischen Union geschieht, verleiht dem Abend eine besondere Symbolkraft.

Der Wetterbericht verspricht angenehme Temperaturen. Es stehen in begrenztem Umfang Sitzgelegenheiten zur Verfügung. Bitte nutzen Sie unbedingt die ausgeschilderten „EU-Mittelpunkt“-Parkplätze hinter dem Markushof. Der EU-Mittelpunkt selbst ist ausschließlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar.
Der Eintritt ist frei. Die Lesung dauert etwa 90 Minuten.
Ich freue mich auf einen besonderen Abend an einem besonderen Ort – und auf viele Besucherinnen und Besucher.

Ein paar Tage vor der Lesung war ich gemeinsam mit meiner Kollegin und Projektbegleiterin Sarah Beham am EU-Mittelpunkt. Für Sarah war es eine Premiere. Sie nutzte den Besuch, um Fotos für die Ankündigung der Lesung zu machen – und natürlich durfte auch ein gemeinsames Selfie nicht fehlen.
Besonders freute sie sich darauf, die Blühwiese endlich einmal mit eigenen Augen zu sehen. Sarah und ihr Freund Jonas gehören zu den Patinnen und Paten dieser farbenfrohen Blumenwiese, die der Landwirtin Karin Keßler gehört. Karin Keßler ist zugleich Eigentümerin des Ackers, auf dem sich – berechnet vom französischen Geografieinstitut IGN (Institut national de l’information géographique et forestière) – seit dem Brexit der geografische Mittelpunkt der Europäischen Union befindet.
Die Blühwiese ist ein Ort voller Leben. Zwischen den Wildblumen summt und brummt es unaufhörlich. Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insekten finden hier Nahrung und Lebensraum. Die Vielfalt der Natur wird an diesem Ort unmittelbar erlebbar – und sie passt wunderbar zu dem Gedanken eines vielfältigen Europas, in dem unterschiedliche Menschen und Kulturen friedlich zusammenleben.
(Fotos: Sarah Beham)